1 Jahr im Projekt "St. Lawrence Catholic Church / Uradi" :) . . . 'Nichts geschieht, ohne dass ein Traum vorausgeht.'

Dienstag, 19. Juni 2012

Girl's Secondary School


Liebe Freunde und Mitstreiter,

wieder einmal viele Grüße aus Uradi/Kenya! Mittlerweile bin ich nur noch für 10 Wochen hier, und jetzt heißt es: Endspurt! Bevor ich wieder nach Deutschland zurückkehre, werde ich es wohl schaffen, hier noch 2-3 mal etwas zu berichten.

Im Moment steht der Aus- bzw. Aufbau der weiterführenden Mädchenschule hier in Uradi an vorderster Stelle, die sogenannte „Father Gulik Uradi Girl’s Secondary School“(nach dem Gründer der Pfarrei). Sie wurde erst 2010 gegründet und besteht zurzeit aus 3 Klassen (Klasse 1, 2 und 3) mit insgesamt 93 Schülerinnen und 9 Lehrer/innen.
Das kenianische Schulsystem ist etwas anders, sodass hier die Grundschule 8 Jahre dauert, und die weiterführende dann 4 Jahre, was bedeutet, dass in 2013 die ersten Mädchen in Uradi ihre nationalen Abschlussklausuren schreiben werden.
Klasse 1 und 2 wird zurzeit auf dem Pfarrgelände im ursprünglichen Gebäude des Kindergartens unterrichtet, Klasse 3 hingegen ist Anfang dieses Jahres in den neuen Trakt auf dem Grundstück gegenüber gezogen. Dort wird gerade an einem weiteren Klassenraum sowie einem Büro und Bibliothek gearbeitet.
Das Ziel der Schule besteht darin, eine der führenden Mädchenschulen in Kenya zu sein, und der 7-Jahres-Plan für die vollständig ausgebaute Schule sieht vor, dass 360 Mädchen als Internatschülerinnen hier ihren Platz finden werden.
Bereits jetzt, nach nur 2.5 Jahren, hat Fr. Gulik einen großen Erfolg vorzuweisen: Zwei der Schülerinnen aus Klasse 3 haben mit ihrem Experiment bzw. ihrer Forschung den 3. Platz des nationalen Wissenschafts-Wettbewerb gewonnen, und damit nicht nur einen Preis sondern auch Popularität für ihre Schule. Darauf sind wir alle stolz!

Besonders hier ist es sehr wichtig, Mädchen eine gute Bildung zu geben, denn sie werden oft benachteiligt oder missbraucht, zum Beispiel indem sie die Hausarbeit übernehmen oder sogar für mehrere Geschwister sorgen müssen. Durch die Schulbildung werden sie dazu befähigt, selbstständige und verantwortliche Entscheidungen zu treffen, sie eignen sich Wissen über die Welt und ihre eigenen Rechte an und haben eine Zukunftsperspektive.

Natürlich geschieht all dies nicht von alleine, sondern man braucht- Geld, wie bei fast allem auf dieser Welt, könnte man meinen. Für den Bau zwei weiterer Klassenräume findet im August eine „Harambee“ statt, eine Spendenaktion, zu der viele Menschen in führenden Positionen eingeladen werden, zum Beispiel der Vorstand der Schule; außerdem natürlich die Eltern und auch ich als Freiwillige. Auf der Einladungskarte gibt es auf der Rückseite Felder, die mit „Name“ und „Betrag“ beschriftet sind, für Spenden von Abwesenden Personen. Ich würde mich sehr freuen, der Schule den Betrag in eurem Namen zu spenden. Ich hoffe auf eure Unterstützung!
Und bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht nur Geld sammeln, sondern vor allem über die Projekte hier vor Ort berichten, um die Entwicklung zu zeigen, meine Erfahrungen zu teilen und so eine Gemeinschaft aufzubauen.

Vielen Dank, eure Christina

PS: Bei Interesse schickt mir per Email (ckuhlen@gmx.de) eine Anfrage für meine Bankverbindung. Ich werde außerdem eine Bestätigungs-/ Dankemail von der Schulleiterin oder dem Priester organisieren.

Donnerstag, 24. Mai 2012

20/04/2012-24/05/2012

Ruanda
Nachdem ich wieder fit war, hab ich mich dann also mit Alina (einer anderen Freiwilligen) auf den Weg nach Ruanda gemacht- was echt chaotisch war, durch diverse Dinge wie zum Beispiel Gewitter (kein Handynetz), 2 Stunden Verspätung des Busses, oder auch zu wenig Sitzplätze im Bus, sodass wir in der letzten Reihe regelrecht über Ugandas Straßen gehüpft sind. Als wir schließlich an der ruandischen Grenze ankamen, wurde nicht mit uns geredet, aber unsere Reisetaschen durchsucht und unsere Plastiktüten weggenommen (zum Glück hatte ich noch Seitenfächer fürs Shampoo..), „ Das ist schlecht für die Umwelt“- in ganz Ruanda sind Plastiktüten verboten, im Supermarkt gibt’s Papiertüten. Finde ich generell ja gut, aber es wäre schön, wenn man sich vorher auch darauf einstellen kann...! ;) Naja, wir waren total erstaunt, als wir am Ende tatsächlich in Kigali, Ruandas Hauptstadt, angekommen sind und im Nachhinein war die Hinreise auch ganz lustig :) .
Dann ging das Abenteuer weiter- man denkt vielleicht, Afrika ist Afrika, und schließlich sind wir ja sogar in Ostafrika geblieben- trotzdem liege ich wohl richtig mit der Behauptung, dass wir beide erstmal einen Kulturschock erlebt haben, als wir am Nachmittag nach insgesamt 24 Std. Reisen aus unseren kleinen Dörfern in Kenias Busch in die Metropole Ruandas kamen. Daran haben wir uns dann aber nach und nach gewöhnt, Französich bzw. Kinyaruanda können wir zwar nicht wirklich sprechen, aber wofür hat man denn deutsche Freunde, die dort arbeiten, oder auch Hände zum Reden....? Insgesamt war unsere Zeit in Ruanda, dem Land der tausend Hügel, wunderschön, wir waren sowohl in Kigali als auch in Gisenyi, was 2.5km entfernt von der Grenze zum Kongo liegt, wo wir bei 2 anderen Freiwilligen in deren Haus direkt am Kiwu-See gewohnt haben (in dem man sogar schwimmen kann!).
Am Ende sind wir schließlich noch ins Genozid-Gedenkmuseum gegangen, was keinen Eintritt kostet (Respekt!), verständlich ist und gut aufgebaut ist. Das Erschreckende an diesem Völkermord ist zum Einen, dass er erst 18 Jahre her ist, und außerdem, mit welcher Grausamkeit die Leute vorgingen. Für alle, die sich für das Thema mehr interessieren, empfehle ich das Buch „Frida“, eine Frau, die während des Genozids ein Kind war und überlebt hat, beschreibt dort ihre Geschichte (und die vieler anderer). Erstaunlich fand ich, dass das Land sehr gut entwickelt zu sein scheint, die Straßen sind ein Traum und es gibt sogar Ampeln, die einen Countdown zeigen, bis sie wieder grün werden!!!! Das liegt anscheinend daran, dass das Land zum Einen sehr klein ist und zum anderen von der Regierung sehr streng verwaltet wird; nach 94 wurde den Ruandern z. B. gesagt, dass sie jetzt ein Volk sind, die Stämme Hutu und Tutsi dürfen öffentlich nicht erwähnt werden, und die Strafverfolgung ist natürlich sehr problematisch, da so viele Menschen involviert waren, sodass jetzt praktisch Menschen neben den Mördern ihrer ganzen Familie leben müssen.

Kenia
Seit ich zurück bin sind schon wieder über 3 Wochen vorbei, und mittlerweile habe ich angefangen, mich bei den Unis zu bewerben, was sich zum Teil als stressig herausstellt, da das Internet sehr schlecht ist, die Seiten der Unis manchmal ziemlich unübersichtlich sind, ich die deutsche Bürokratie nicht mehr gewohnt bin, und es graut mir schon jetzt vor dem, was noch kommt....^^!

Inzwischen ist unser „Büro“ von UYF an mindestens 2 Tagen die Woche geöffnet, und es sind bereits einige zum HIV-Test gekommen! :) An der Ausstattung des Raumes arbeiten wir noch, in Planung sind u.a. diverse Poster, aber auch jetzt sieht es schon sehr schön aus, im vorderen Raum und im Beratungsraum gibt es jeweils einen Schreibtisch, wir haben Vorhänge besorgt und verschiedene Dinge wie Putzzeug, Schreibutensilien und die Testmaterialien. Diejenigen, die bei uns positiv getestet werden, bekommen einen kleinen Zettel mit Name, Testergebnis etc. und werden dann ins Health Centre geleitet.
Die UYF-Farm macht sich auch gut, der gepflanzte Mais wächst gut, gestern wurde das komplette Feld von den Kindern der Grundschule von Unkraut befreit (zum Glück, denn ansonsten hätte es noch sehr viel länger gedauert,,) und für Samstag planen wir, einige Kletterbohnen in die Lücken zu pflanzen. Diese wurden von einer Organisation umsonst ausgegeben, damit die Leute lernen, sie zu pflanzen und sie später für einen geringen Preis an die Organisation verkaufen können.

 Jetzt möchte ich noch einige kleine erfreuliche oder lustige Momente meiner letzten Zeit beschreiben:

1) Michelle, mein 9 Monate altes Patenkind, hat von mir einen Stofftier-Eisbären geschenkt bekommen, und da sie so etwas noch nie gesehen hat, bekam sie es erstmal verständlicherweise mit der Angst zu tun, sodass wir alle den Eisbären so lange abgeknutscht und geknuddelt haben, und ihn schließlich auf den Boden vor sie setzten, bis sie sich schließlich an ihn gewöhnt hatte und sogar lachte beim Spielen....außerdem gehe ich oft einfach ein bisschen den Gang auf und ab mit ihr (an den Händen natürlich), und neulich haben wir sogar zusammen „getanzt“, das findet sie immer am Besten!
2) Als wir mit der Schulleiterin der Mädchen High School durch den Busch zu ihrem „ländlichen Zuhause“ fahren wollten, sind wir um EIN Haar stecken geblieben; ein netter Herr hatte uns einen großen Stein aus dem „Sumpf“ entfernt, aber trotzdem glaubten die Anwohner wohl nicht so recht daran, dass eine FRAU in einem kleinen Auto es schaffen kann, wodurch sie dann sogar ihre Felder verließen, um zu gucken- Vicky hat es aber zum Glück doch geschafft! :) (sonst hätten sie schieben und wir bezahlen müssen,,,außerdem geht es ja auch um die Ehre!)
3) In Kisumu war ich mit Vicky und Jenni dann bei der ersten Maniküre meines Lebens- für 1,50 Euro! :D
4) Da Jenni Charles versprochen hatte, einmal mit dem Rad nach Siaya zu fahren, sind wir eines schönen Morgens losgeradelt, quer durch den Busch, über etliche Hüggel und durch die Sonne- 20km! Aber wir sind angekommen =). Nur gab es die Pommes, was unsere Motivation war, zu dem Zeitpunkt leider nicht.....grr.
5) Okay, das ist nicht lustig oder schön, aber trotzdem wollte ich es erwähnen, der kleine Hund von Jenni, Knutschi, ist jetzt auch tot- sie hat wie Philou nicht mehr gegessen und der Tierarzt kam auch mal wieder nicht, die Tabletten brachten wohl nicht viel.
6) Letzte Woche habe ich meine Deutschstunde in Klasse 3 aufgrund Bauarbeiten draußen ohne Tafel halten müssen- was ich vorher natürlich nicht wusste ;) .
7) Vor kurzem war ich für 2 Tage in Reru, dem Dorf von Alina, und da sie gerade ein Paket aus Dtl. Bekommen hatte, kam ich in den Genuss, Gouda und Schwarzbrot zu essen, außerdem getoastetes (!) Toast, Vanillepudding von Dr. Oetkers und „Heiße Tasse“. Zu allem Überfluss machte die Köchin Roselyn dann auch noch super leckeres Hackfleisch!
8) Zusammen mit Alina habe ich die Kinder im Waisenhaus besucht, in das sie immer geht, und es war total schön; als wir mit den Kiddies draußen gespielt haben, konnte man sogar den Viktoriasee in der Ferne sehen, da das Haus auf einem Hügel ist. Im „Unterricht“ (ist ja eigentlich noch Kindergarten) haben sie dann total süß ihre Namen gesagt und an der Tafel buchstabiert.
9) Auf dem Rückweg wurde ich von Father Ben mitgenommen, und wir saßen den ganzen Weg von Kisumu zu 7. anstatt zu 5. im Auto ;)...+ Einkaufstüten, versteht sich.
10) Gestern habe ich meine erste Schlange hier im Busch gesehen. Sie war noch ein Baby, dafür war es aber – eine COBRA. Ja, ihr lest richtig, ich habe dann auch ein bisschen Angst bekommen, aber zum Glück saß ich auf dem Motorrad!

In dem Sinne, passt gut auf euch auf und lasst es euch gut gehen!

Freitag, 20. April 2012

News

Mein 2. offizieller Bericht ist fertig- wer ihn noch nicht per Email bekommen hat und ihn lesen möchte, schreibt mir einfach eine Mail ( ckuhlen@gmx.de ) Für die nächsten 10 Tage bin ich in Ruanda- lasst es euch gut gehen und passt auf euch auf.... ;)

Montag, 9. April 2012

ganz kurz..

Da ich im Moment ziemlich beschäftigt bin und außerdem zu faul bin, hier schon wieder zu schreiben, aber trotzdem möchte, dass ihr viel erfahrt, möchte ich nochmal auf Jenni's Blog hinweisen, denn sie hat kürzlich sehr viel über HIV und unsere Gruppe geschrieben!
Den Link findet ihr unter den Links für die Fotos, rechts oben auf meinem Blog.
Es gibt jetzt ein paar neue Fotos, außerdem werde ich in den nächsten Tagen meinen 2. offiziellen Zwischenbericht fertig stellen und per E-Mail an einige von euch schicken.

Ich hoffe ihr hattet eine schöne Osterzeit! Alles Liebe, Chrischu

Sonntag, 1. April 2012

Worte statt Fotos...

Tjaa, so ist das - jetzt bin ich im Internetcafe in Kisumu, und das mit dem Fotos hochladen stellt sich als doch nicht ganz so leicht raus wie gedacht. :(
Okay, dann ein ganz kleiner Zwischenbericht:
Unser Eroeffnungstag von UYF war SPITZE, es hat alles geklappt und unser Programm haben wir auch puenktlich in African Time mit 2 Stunden Verspaetung begonnen... ;)

Mittlerweile befindet Tina sich wieder auf dem Rueckflug nach Deutschland, und unser Wochenende in Kisumu ist auch schon wieder fast vorbei!

Auf den Weg geben moechte ich euch jetzt nur noch kurz ein paar "Kleinigkeiten" (zum Nachdenken), die mir in der letzten Zeit auf meinem Weg begegnet sind.

*Ein Freund meinte, es waere langsam wirklich wieder Zeit fuer Regen, die Menschen wuerden wieder anfangen zu sterben.

*Beim Besuch in einer Grundschule fiel mir eine Liste ins Auge, die aussagte, dass im Jahr 2011 mehr als 10% Vollwaisen in diese Schule gingen.

*Afrikaner brauchen keinen Strom, um zu ueberleben..

*Gehe mit einem Laecheln(oder einem Wort Dholuo) in die Welt, und es kommt vielfach zu dir zurueck...

*Kinder brauchen Respektpersonen; sie sind nichts Heiliges und duerfen auch mal nicht so sanft angepackt werden, damit sie ihre Lektion lernen (das moechte ich einfach nur als provokante Aussage stehen lassen).

*Zeit und offene Ohren sind das Wichtigste, was du mitbringst.

*"Auf der Mauer, Auf der Lauer" ist beliebt bei unseren Schuelerinnen! ;)

Okay, ich glaube das reicht erstmal...
und noch am Rande: Freut euch auf den Arztbesuch- die Praxis ist in hoechstens 20 Min. mit dem Auto erreichbar, nicht in 1 Std zu Fuss mit Baby auf dem Arm...

Ich weiss ich bin vielleicht nicht nett, solche Sachen hier reinzuschreiben, aber so sieht es oft nun einmal aus- und ich moechte nicht eine einseitige Geschichte von Kenia oder meinem Jahr schreiben.
Also, denkt dran, Be Happy And Never Give Up :)

Mittwoch, 14. März 2012

12/02/2012-14/03/2012

Koroooo.....ist schon wieder ein Monat rum!!! Ich kann es kaum glauben. Aber von vorne:
Seit Mitte Februar ist Tina hier (eine der Freiwilligen vor uns), und sie bleibt noch bis Ende März- zusammen hatten und haben wir eine richtig schöne Zeit, denn wir verstehen uns alle 3 super! :)
Nachdem Father Uwe (Priester aus Dtl., der in Mombasa lebt) auch in Uradi sein 50-jähriges Priesterjubiläum gefeiert hatte, und wir ein paar lustige Tage mit den Besuchern aus Mondorf hatten (vor allem die Geschichten vom 1. Keniabesuch in 1980 waren gut..), trat gegen Ende Februar wieder etwas „Ruhe“ ein- die ich allerdings nur in bestimmten Momenten wahrgenommen habe, denn ich war ziemlich viel „unterwegs“.

Zum Einen treffen wir uns mindestens einmal pro Woche mit Mitgliedern des UYF (Uranga Youth Forum), um unseren „launching day“ und andere Aktivitäten zu planen. Die Gruppe wurde letztes Jahr von Tina und Stephen gegründet, und unser Hauptthema ist die Bekämpfung von HIV/AIDS sowie das aktiv und stark machen von Jugendlichen aus der Umgebung Urangas, um diese zu verantwortungsbewussten Menschen erziehen(z.B. im Bezug auf Gesundheit und Lebensstil allgemein, im Speziellen z.B. Kondomgebrauch).
Das UYF ist natürlich unter anderem (besonders jetzt am Anfang) auf Spendengelder angewiesen, aber auch durch Landwirtschaft (pflanzen, ernten und verkaufen von Erdnüssen, was ich schonmal im Dezember erwähnt habe) und kleine monatl. „Mitgliedsbeiträge“ versuchen wir uns unabhängiger zu machen.
Nach der erfolgreichen Erdnussernte auf einem großen Landstück direkt am Parishgelände, kümmern wir uns jetzt um weitere Felder in der Umgebung, und planen dort u.a. Mais und Bohnen anzubauen; außerdem halten wir in Grund- sowie weiterführenden Schulen sogenannte „health talks“ für Schüler und Lehrer.
Angela, ein Mitglied unserer Gruppe, befindet sich im Moment in Kisumu bei einem 3-wöchigen Training für VCT (voluntary counseling and testing), sodass sie bald in unserem eigenen kleinen Office in Opar als Beraterin arbeiten kann (hier nochmal ein Danke für die Spende, die dieses Training ermöglicht hat).
Wenn ihr interessiert seid, schaut doch mal auf der Internetseite rein: www.urangayouthforum.bplaced.net (ist aber noch in Bearbeitung)
Internationale Mitglieder und/oder Spenden sind herzlich willkommen!.. ;)

Ansonsten haben wir einige Freunde zu Hause besucht und dort viele schöne Stunden mit Essen, Reden, Lachen oder Tanzen verbracht.
Am Montag haben wir zusammen bei Charles selbst Pommes gemacht (in einem kleinen Topf über einer Art Campinggaskocher)- und ich sage euch, die waren perfekt! – ich freue mich schon auf das nächste Mal...
Außerdem bin ich mit Tina ein paar Mal durch den Busch nach Mwer gelaufen, um Dan, unseren Bruder abzuholen (er geht jetzt wieder in die Schule) und nach Hause zu begleiten. Dabei sind wir bei der (wohlgemerkt boys)secondary school von Fragen überhäuft worden, und dabei war auch keine Scheu zu bemerken, als wir zum Beispiel gefragt wurden, ob ein kenianischer Mann eine deutsche Frau heiraten könne.. :D Aber Tina’s Antwort war noch besser: Ist ein kenianischer Mann ein Mann??......Soweit ich weiß, darf ein Mann eine Frau heiraten. ;) Soviel zum Thema Neugier!
Außerdem regnet es jetzt wieder, zwar nicht jeden Tag, aber trotzdem genug, um keinen Wassermangel zu haben, das ist sehr angenehm- obwohl für die Menschen, die um uns herum wohnen, die Situation ja sowieso etwas schwieriger ist.
Was mir auch immer wieder begegnet, ist der Glaube der Menschen an Gott. Ich habe noch nie in meinem Leben Menschen getroffen, die so stark glauben, und hoffen, und dankbar sind für das, was sie haben bzw. dass sie leben. So beobachtete ich als ich mit Tina und Stephen im Matatu von Kisumu saß, und draußen starker Regen und ein Gewitter direkt über uns tobte, und unser Fahrer auch nicht der Vorsichtigste war, die Frau vor uns in der Reihe, als sie ihren Rosenkranz vom Hals nahm, ihn in der Hand hielt und anfing zu beten (okay zugegebenermaßen, mir war auch nicht sehr wohl..).
Die Arbeit im Health Centre macht mir nach wie vor Spaß, und am Mo haben Jenni und ich es sogar geschafft, fast alle Lücken in dem Buch einer neuen, schwangeren Patientin auf Dholuo zu erfragen :) Dabei hatten nicht nur wir Spaß...
Das einzig „Traurige“ an der Sache ist, dass wir es nicht gemacht haben, weil uns jemand die Sprache beibringen wollte, sondern die anderen Angestellten woanders was zu tun hatten, sodass wir uns halt arrangieren mussten.
Seit wir aus Tansania zurück sind, haben wir eine neue Managerin des Health Centres, Sister Victoria, und sie ist uns allen sehr sympathisch, es gibt bereits einige positive Veränderungen, sie unterstützt im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin das PSC und so schauen wir alle positiv in die Zukunft.
Unser Deutschunterricht läuft auch gut, und die Erstklässlerinnen sind wirklich knuffig, und begreifen schnell (gestern haben sie „Auf der Mauer, auf der Lauer gesungen..“). Da es anscheinend keinen offiziellen Lehrer für die Sportstunde aller Klassen gibt (und die Mädels dann gar nichts machen), werde ich/werden wir das jetzt wohl mal in die Hand nehmen, gestern haben wir einfach spontan mit den Ersklässlerinnen das Volleyballnetz gespannt und gespielt, da der Sportunterricht direkt nach unserer Deutschstunde stattfindet.
Ich hoffe, mein Bericht ist nicht zu verwirrend; ich habe versucht, von allem etwas reinzubringen und vielleicht kann sich der ein oder andere von euch ein bisschen vorstellen, wie es hier im Moment zugeht.
Habt eine gute Zeit und vergesst mich und meine Freunde hier nicht!

Alles Liebe, eure Chrisi

PS: Man glaubt es kaum- aber heute morgen war ich zusammen mit Jenni doch tatsächlich fast 17 Minuten joggen- das 1. Mal seit wir in Kenia angekommen sind... ;) (Was man hinsichtlich der Tatsache, dass es hier ab spätestens 8 Uhr morgens schon zu warum ist, auch ein bisschen verstehen kann, oder? Also neiiin, das hat gar nichts mit Faulheit zu tun – aber jetzt bin ich motiviert :P)

Montag, 13. Februar 2012

23/01/2012-12/02/2012

Auf und davon- meine Zeit in Tanzania

Nach 3 wunder,wunder,wunderschönen Wochen bin ich jetzt wieder in Uradi angekommen- hinter mir liegen eine lange, sehenswerte Busreise am Kilimanjaro vorbei nach Dar es Salaam, Stadtbesichtigung, eine Woche Seminar mit 30 anderen Freiwilligen in Bagamoyo (m. Stadtführung über Geschichte d. Sklaverei dort), dessen Lage am Indischen Ozean schon traumhaft war, aber noch durch unseren Sansibar-Urlaub getoppt wurde. Kristallklares, hellblaues Wasser und weißer, breiter Sandstrand, mehr als hochsommerliche Temperaturen, afrikanische Strand- oder Straßenverkäufer(mittlerweile amüsiert mich das Verhandeln schon;) ), die sogenannte Sansibar-Pizza, Stonetown mit 1000 Gässchen und Shops, der Gewürzmarkt, das afrikanische Musikfestival sauti za busara und der Essensmarkt, der erst bei Einbruch der Dunkelheit beginnt.
Okay, genug geschwärmt! In stonetown gab es sowieso viel zu viele Touris, bzw. Weiße für meinen Geschmack...die Vorfreude auf Deutschland wächst (nicht?!) ;)
Erst einmal bin ich froh, wieder zuhause in Uradi zu sein, und hier gibt es auch einige Veränderungen (hauptsächlich "personelle"), auf die wir uns noch einstellen müssen... :)

Alles Liebe von eurer Chrisi!